Wann? Donnerstag, 29. August 2019, ab 11.00 bis ca. 21:00 Uhr. Ab 16:30 bis ca. 17:30 Uhr Statements und Gespräche mit Gästen

    Wo? Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a

    Der Eintritt für die Veranstaltung ist kostenlos.

    Am 29. August findet im Filmmuseum Potsdam anlässlich der anstehenden Wahlen zum Brandenburger Landtag eine Veranstaltung statt, bei der mit den Mitteln des Films ein Bekenntnis zu Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz abgegeben werden und die Grundrechte als Basis unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaft gefeiert werden sollen. Organisiert wird das "offene Haus" von der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF zusammen mit dem Filmmuseum Potsdam.

    In der Einladung heißt es dazu:

    "Nicht nur vor dem historischen Hintergrund des Medienstandortes Babelsberg mit seiner Geschichte der propagandistischen Filmproduktion, der Zensur und der Unterdrückung künstlerischer Freiheit sehen wir , die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF mit dem Filmmuseum Potsdam, uns in einer besonderen Verantwortung. Auch heute lebt der Wissenschafts- und Medienstandort Potsdam, ebenso wie das gesamte Land Brandenburg als Wirtschafts-, Kultur-  und Tourismusmagnet, von der Vielfalt und Weltoffenheit seiner Menschen, vom internationalen Austausch und von der Begegnung über Länder- und Kulturgrenzen hinweg."

    Den ganzen Tag über wird es verschiedene Filmvorführungen und Gespräche geben, das Programm mit Filmen und Ankündigung der Gäste sowie die gemeinsame Erklärung von Filmuniversität Babelsberg und Filmmuseum Potsdam findet sich unter diesem Link.

     

    Von Jegor Jublimov

    Erstaunliche 90 Jahre ist er und doch bis in jüngste Zeit aktiv: der Fernsehdramaturg und Autor Hans Müncheberg, der am 9. August seinen Geburtstag begehen konnte. Er hat ein Leben voller Widersprüche hinter sich, über das er bis 1990 öffentlich schwieg, aber seine Erfahrungen seither als Zeitzeuge in Artikeln, Büchern und Gesprächen produktiv werden lässt. Das Verhängnis des Templiner Jungen war es, dass ihn seine Eltern 1940 auf eine Napola, eine „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“, gaben, in der er zu einem glühenden Nazi erzogen werden sollte. Die Erlebnisse, die er als noch kindlicher Kämpfer in den letzten Kriegswochen machen musste, öffneten ihm die Augen. Nach dem Krieg war er entschiedener Antifaschist, konnte (nach Schwierigkeiten) ein Lehrerstudium aufnehmen und fand im Praktikum zum Berliner Rundfunk. Dass es zum damaligen Fernseh-Versuchsprogramm kein kleiner Schritt war, erzählt Müncheberg, heute ein Pionier des DDR-Fernsehens, in seinen autobiografischen Büchern.Er kam mit anderen Antifaschisten in Kontakt, konnte als dramaturgischer Mitarbeiter mit Friedrich Wolf an dessen Stoffen „Der verschenkte Leutnant“ und „Lucy und der Angler von Paris“ zusammenarbeiten. Doch als ihm anheim gestellt wurde, in die SED einzutreten, passte Müncheberg. Von da an wurde er kaltgestellt, konnte als Autor noch heitere Stoffe unterbringen, wie das Berlin-Stück „Nante jr.“ mit Willi Narloch. Doch dann folgte die Zusammenarbeit mit Anna Seghers, die sich keinen besseren Arbeitspartner als Müncheberg vorstellen konnte: „Die große Reise der Agathe Schweigert“ und „Das Schilfrohr“ wurden zu TV-Sternstunden! Stoffe von Günther Rücker und Jan Koplowitz schlossen sich an. Seit vielen Jahren ist Müncheberg nach Übernahme des Archivs des Film- und Fernsehverbands der DDR ehrenamtlicher Archivar des DDR-Fernsehens, ein kenntnisreicher Sachwalter, der sich streitbar einmischt, wenn darüber ungenau in der Öffentlichkeit berichtet wird.

     

    Der Beitrag erschien am 7.8. in der Tageszeitung junge Welt und wurde für unsere Homepage durch den Autor leicht bearbeitet.

    Von F.-B. Habel

     

    „Man lernt sehen, indem man ihm zusieht“, schrieb Rudi Strahl, als der Franzose Marcel Marceau in den sechziger Jahren mehrfach in der DDR gastierte. Mit der stummen Kunst der Pantomime, die in jeder Sprache zu verstehen ist, galt er als „ein Botschafter der Völkerverständigung“. Das war der weltweit gefeierte Künstler schon zu Beginn der fünfziger Jahre, wenn auch damals noch als Geheimtipp.


    Anlässlich seiner Gastspiele 1951/52 bannte ein Kollektiv der DEFA, zu dem in erster Linie Regisseur Wolfgang Schleif und Kameramann E.W. Fiedler zählten, Marceaus Studien und zwei Inszenierungen aufs Zelluloid – sogar in Farbe! Leider schieden sich in einer Zeit, als man den angeblichen Formalismus debattierte, auch an der Pantomime die sozialistischen Geister. Die Filme kamen verzögert und eher versteckt in die Kinos, nachdem Regisseur Schleif die DDR schon verlassen hatte.
    Der rührige DVD-Vertrieb absolutMEDIEN legt jetzt endlich in Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung die weitgehend vergessenen Filme der Öffentlichkeit vor und ergänzt die drei Mittelmetrage-Filme durch Sujets aus der Wochenschau Der Augenzeuge. Wie es heißt, war eine akribische Sucharbeit nötig, um die Filme zu finden. Dabei gab es eben diese Zusammenstellung der Filme (nicht ganz so umfangreich) in den achtziger Jahren in der DDR schon. Als „Marcel-Marceau-Programm“ wurde sie vom Staatlichen Filmarchiv verliehen.

    Am 6. Juni 2019 lud der Berliner Film- und Fernsehverband (BFFV) in die Konferenzräume der Weydingerstraße zu einem Werkstattgespräch über die Chancen und Probleme des deutschen Filmnachwuchses. Neben Mitgliedern des BFFV sprachen junge Filmschaffende wie Dirk Lütter (Die Ausbildung) und Florian Kunert (Fortschritt im Tal der Ahnungslosen) mit Größen verschiedener Bereiche der Filmindustrie über die enormen Schwierigkeiten dabei, auch nach einem oder zwei gelungenen Erstlingswerken in der deutschen Filmindustrie Fuß zu fassen. So waren unter anderem Linda Söffker, Leiterin der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino, Jutta Brückner von der Akademie der Künste, Peter Badel von der Filmuniversität Konrad Wolf und der Filmakademie Baden-Württemberg und der Dokumentarfilmer Leopold Grün in seiner Funktion als Geschäftsführer des Branchenverbandes AG Verleih zu Gast.

    Die vom Vorstandsvorsitzenden des BFFV Torsten Lüders geleitete Diskussion weitete sich dabei teilweise zu einem Gespräch über die gesamte Filmförderlandschaft aus, um Jutta Brückner zu zitieren:„Man kann nicht über die Schwierigkeiten junger Filmschaffender sprechen, ohne dabei das ganze marode Gebäude zu erwähnen.“

    Das 27. Deutsche Kinder Medien Festival Goldener Spatz hat seinen 40. Geburtstag gebührend gefeiert. 18.000 Besucher_innen und 23 ausverkaufte Filmvorführungen konnte der GOLDENE SPATZ in diesem Jahr verbuchen. Mit der Verleihung der GOLDENEN SPATZEN im Theater Erfurt fand das Festival am Freitag, den 7. Juni, seinen Höhepunkt.

    Sechs der sieben GOLDENEN SPATZEN wurden durch die Kinderjury Kino/TV vergeben, in der 25 Mädchen und Jungen zwischen 9 und 13 Jahren aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland mitgewirkt haben. Ein weiterer SPATZ wurde von der Kinderjury Digital vergeben: Fünf Kinder zwischen 10 und 12 Jahren vergaben hier den Preis in der Kategorie bestes digitales Angebot zum Thema „Futter für das Gehirn – Lernen für die Schule und das Leben".

    GOLDENE SPATZEN gingen an folgende Filme:

    Wann? 6. Juni 2019, 18 Uhr

    Wo? Veranstaltungszentrum in der Weydingerstraße 14-16

    In einem Gespräch im DEUTSCHLANDFUNK im Januar 2018 machte Doris Dörrie darauf aufmerksam, wie wichtig Ermutigung für junge Filmemacher ist:

    „Was ich eben beobachte, ist, dass es nicht nur zu wenig gibt, sondern eigentlich das Gegenteil sehr stark stattfindet: Entmutigung, und zwar gar nicht so sehr mit dem ersten Film – das ist großartig, da gibt es hier das Festival, da gibt es auch Förderung, da gibt es jede Menge eigentlich –, aber der zweite und dritte Film, das ist so der Knackpunkt, und da verschwinden viele tolle Filmemacher, die einen wirklich interessanten, tollen Film gemacht haben. Warum?

    Weil sie dann natürlich an diese Schwelle kommen, wo es knirscht und wo es mühsam wird und wo man sehr viel Standing-power auch braucht, und da braucht man eigentlich umso mehr Ermunterung, und die fehlt sehr, sehr oft [...]."

    Dies wirft die Frage auf, wie verschiedene Vertreter_innen der Filmbranche zur Situation junger Filmschaffender nach dem Debütfilm stehen und welche konkreten Maßnahmen in dieser schwierigen Phase helfen können. Dazu lädt der Berliner Film- und Fernsehverband am 6. Juni in die Weydingerstraße zum Gespräch ein. Die vom Vorstandsvorsitzenden des BFFV, Torsten Lüders, geleitete Diskussionsrunde wird von Linda Söffker, der Leiterin der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino, eröffnet.

    Eingeladen sind neben Vertreter_innen der Ausbildungsstätten in Berlin und Babelsberg, der Medienboard Berlin-Brandenburg und des RBB vor allem junge Regisseur_innen, die über ihre Erfahrungen mit ihrem ersten und zweiten Film berichten können. Der BFFV möchte damit diesen jungen Filmschaffenden eine Plattform und Stimme geben, mit der sie ihre Wünsche und Sorgen direkt an Mitglieder der Branche adressieren und mit diesen auf Augenhöhe kommunizieren können.

    Von F.-B. Habel

     

    Noch stärker als sonst stand das Neiße-Filmfestival (NFF) in diesem Jahr im Zeichen der europäischen Verständigung. Der Standort Großhennersdorf als Zentrum der Aktivitäten mit den benachbarten Städten Zittau, Görlitz und Löbau und Gemeinden wie Mittelherwigsdorf sowie Spielstätten in Tschechien und Polen sah sich 2004 mit der EU-Osterweiterung als europäisches Dreiländereck im Herzen Deutschlands (Herzschmerzen inklusive). Das hatten die Großhennersdorfer Filmenthusiasten vom kleinen Kunstbauerkino zum Anlass genommen, das NFF zu gründen, das nun wesentlich vergrößert zum 16. Mal über die Bühne (resp. Leinwand) ging. Dazu verhalf auch die Landesförderung, zu der die angereiste sächsische Kultusministerin Eva-Maria Stange auch für die Zukunft steht (wenn „richtig“ gewählt wird).

     Im Zeichen des zunehmenden Nationalismus und kurz vor der Europawahl setzte das Festival, dessen Schirmherrschaft der aus Görlitz stammende sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer übernommen hatte, durchaus politische Akzente, die in der Nebenreihe „Homo politicus“ gipfelten.

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