Workshop 'Production Value' in Budapest

    Datum und Ort: 11. – 19. Januar 2020, in Budapest, Ungarn

    Anmeldeschluss: 10. November 2019 

     

    Vom 11.-19. Januar 2020 findet in Budapest die 14. Ausgabe des Workshops Production Value für RegieassistentInnen, ProduktionsleiterInnen, ProduzententInnen und RegisseurInnen statt. Dieser achttägige, europäische Weiterbildungs-Workshop ist eine in der europäischen Filmindustrie etablierte Ausbildungsinitiative, die bisher über 150 Juniors erfolgreich weitergebildet und 75 Projekte budgetiert und geplant hat. Production Value setzt sich zum Ziel, die kreative Zusammenarbeit zwischen RegieassistentInnen, ProduktionsleiterInnen, ProduzentInnen und RegisseurInnen zu stärken. Er konzentriert sich auf sechs europäische Spielfilme und Miniserien (limited series) in Vorproduktion und behandelt bei jedem Projekt sowohl die kreativen als auch die finanziellen Herausforderungen.

    Das Institut für Schauspiel-, Film- und Fernsehberufe an der VHS Berlin Mitte bietet seit 25 Jahren Weiterbildungen in den Bereichen Film/TV, Synchron, Sprech- und Musiktheater an. Es bietet für die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv für bestimmte Berufsbilder weiterzubilden. Aufgrund der Partnerschaft zwischen iSFF und Berliner Film- und Fernsehverband erhalten Verbandsmitglieder einen Rabatt von 20% auf die Angebote. Die Lehrgänge des iSFF sind zertifiziert und werden außerdem u.a. durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert.

    Anbei eine Auswahl an verschiedenen Lehrgängen und Workshops, die in den nächsten Monaten angeboten werden. Eine vollständige und detaillierte Liste findet sich unter www.isff-berlin.eu.

    Am 26. August haben die Filmverände AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher Kurzfilm, Bundesverband Kommunale Filmarbeit, FILM MACHT SCHULE, HVC Hauptverband Cinephilie, Produzentenverband und der Verband der deutschen Filmkritik eine gemeinsame Erklärunge abgegeben, in der sie anlässlich der Neubesetzung der Geschäftsführung bei "Vision Kino" eine Revision der bisherigen Arbeit fordern. So soll sie sich deutlich stärker um die Filmbildung von Kindern und Jugendlichen zu bemühen. Dazu lässt sich in der Stellungnahme lesen:

    "Wir fordern Gesellschafter und Aufsichtsrat auf, diese Chance zu nutzen und die bisherige Arbeit von "Vision Kino" kritisch an den ursprünglichen Absichten dieser gemeinnützigen Gesellschaft zu messen, und diese wichtige Einrichtung zur Förderung der Kino- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen den aktuellen Entwicklungen im Kino und im Medienverhalten der Zielgruppe anzupassen. 

    Wir setzen in diesem Zusammenhang ebenso auf Herrn Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier als Schirmherrn von "Vision Kino" und bitten ihn, seine Fürsorgepflicht auch inhaltlich wahrzunehmen."

    Wann? Donnerstag, 29. August 2019, ab 11.00 bis ca. 21:00 Uhr. Ab 16:30 bis ca. 17:30 Uhr Statements und Gespräche mit Gästen

    Wo? Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a

    Der Eintritt für die Veranstaltung ist kostenlos.

    Am 29. August findet im Filmmuseum Potsdam anlässlich der anstehenden Wahlen zum Brandenburger Landtag eine Veranstaltung statt, bei der mit den Mitteln des Films ein Bekenntnis zu Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz abgegeben werden und die Grundrechte als Basis unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaft gefeiert werden sollen. Organisiert wird das "offene Haus" von der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF zusammen mit dem Filmmuseum Potsdam.

    In der Einladung heißt es dazu:

    "Nicht nur vor dem historischen Hintergrund des Medienstandortes Babelsberg mit seiner Geschichte der propagandistischen Filmproduktion, der Zensur und der Unterdrückung künstlerischer Freiheit sehen wir , die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF mit dem Filmmuseum Potsdam, uns in einer besonderen Verantwortung. Auch heute lebt der Wissenschafts- und Medienstandort Potsdam, ebenso wie das gesamte Land Brandenburg als Wirtschafts-, Kultur-  und Tourismusmagnet, von der Vielfalt und Weltoffenheit seiner Menschen, vom internationalen Austausch und von der Begegnung über Länder- und Kulturgrenzen hinweg."

    Den ganzen Tag über wird es verschiedene Filmvorführungen und Gespräche geben, das Programm mit Filmen und Ankündigung der Gäste sowie die gemeinsame Erklärung von Filmuniversität Babelsberg und Filmmuseum Potsdam findet sich unter diesem Link.

     

    Von Jegor Jublimov

    Erstaunliche 90 Jahre ist er und doch bis in jüngste Zeit aktiv: der Fernsehdramaturg und Autor Hans Müncheberg, der am 9. August seinen Geburtstag begehen konnte. Er hat ein Leben voller Widersprüche hinter sich, über das er bis 1990 öffentlich schwieg, aber seine Erfahrungen seither als Zeitzeuge in Artikeln, Büchern und Gesprächen produktiv werden lässt. Das Verhängnis des Templiner Jungen war es, dass ihn seine Eltern 1940 auf eine Napola, eine „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“, gaben, in der er zu einem glühenden Nazi erzogen werden sollte. Die Erlebnisse, die er als noch kindlicher Kämpfer in den letzten Kriegswochen machen musste, öffneten ihm die Augen. Nach dem Krieg war er entschiedener Antifaschist, konnte (nach Schwierigkeiten) ein Lehrerstudium aufnehmen und fand im Praktikum zum Berliner Rundfunk. Dass es zum damaligen Fernseh-Versuchsprogramm kein kleiner Schritt war, erzählt Müncheberg, heute ein Pionier des DDR-Fernsehens, in seinen autobiografischen Büchern.Er kam mit anderen Antifaschisten in Kontakt, konnte als dramaturgischer Mitarbeiter mit Friedrich Wolf an dessen Stoffen „Der verschenkte Leutnant“ und „Lucy und der Angler von Paris“ zusammenarbeiten. Doch als ihm anheim gestellt wurde, in die SED einzutreten, passte Müncheberg. Von da an wurde er kaltgestellt, konnte als Autor noch heitere Stoffe unterbringen, wie das Berlin-Stück „Nante jr.“ mit Willi Narloch. Doch dann folgte die Zusammenarbeit mit Anna Seghers, die sich keinen besseren Arbeitspartner als Müncheberg vorstellen konnte: „Die große Reise der Agathe Schweigert“ und „Das Schilfrohr“ wurden zu TV-Sternstunden! Stoffe von Günther Rücker und Jan Koplowitz schlossen sich an. Seit vielen Jahren ist Müncheberg nach Übernahme des Archivs des Film- und Fernsehverbands der DDR ehrenamtlicher Archivar des DDR-Fernsehens, ein kenntnisreicher Sachwalter, der sich streitbar einmischt, wenn darüber ungenau in der Öffentlichkeit berichtet wird.

     

    Der Beitrag erschien am 7.8. in der Tageszeitung junge Welt und wurde für unsere Homepage durch den Autor leicht bearbeitet.

    Von F.-B. Habel

     

    „Man lernt sehen, indem man ihm zusieht“, schrieb Rudi Strahl, als der Franzose Marcel Marceau in den sechziger Jahren mehrfach in der DDR gastierte. Mit der stummen Kunst der Pantomime, die in jeder Sprache zu verstehen ist, galt er als „ein Botschafter der Völkerverständigung“. Das war der weltweit gefeierte Künstler schon zu Beginn der fünfziger Jahre, wenn auch damals noch als Geheimtipp.


    Anlässlich seiner Gastspiele 1951/52 bannte ein Kollektiv der DEFA, zu dem in erster Linie Regisseur Wolfgang Schleif und Kameramann E.W. Fiedler zählten, Marceaus Studien und zwei Inszenierungen aufs Zelluloid – sogar in Farbe! Leider schieden sich in einer Zeit, als man den angeblichen Formalismus debattierte, auch an der Pantomime die sozialistischen Geister. Die Filme kamen verzögert und eher versteckt in die Kinos, nachdem Regisseur Schleif die DDR schon verlassen hatte.
    Der rührige DVD-Vertrieb absolutMEDIEN legt jetzt endlich in Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung die weitgehend vergessenen Filme der Öffentlichkeit vor und ergänzt die drei Mittelmetrage-Filme durch Sujets aus der Wochenschau Der Augenzeuge. Wie es heißt, war eine akribische Sucharbeit nötig, um die Filme zu finden. Dabei gab es eben diese Zusammenstellung der Filme (nicht ganz so umfangreich) in den achtziger Jahren in der DDR schon. Als „Marcel-Marceau-Programm“ wurde sie vom Staatlichen Filmarchiv verliehen.

    Am 6. Juni 2019 lud der Berliner Film- und Fernsehverband (BFFV) in die Konferenzräume der Weydingerstraße zu einem Werkstattgespräch über die Chancen und Probleme des deutschen Filmnachwuchses. Neben Mitgliedern des BFFV sprachen junge Filmschaffende wie Dirk Lütter (Die Ausbildung) und Florian Kunert (Fortschritt im Tal der Ahnungslosen) mit Größen verschiedener Bereiche der Filmindustrie über die enormen Schwierigkeiten dabei, auch nach einem oder zwei gelungenen Erstlingswerken in der deutschen Filmindustrie Fuß zu fassen. So waren unter anderem Linda Söffker, Leiterin der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino, Jutta Brückner von der Akademie der Künste, Peter Badel von der Filmuniversität Konrad Wolf und der Filmakademie Baden-Württemberg und der Dokumentarfilmer Leopold Grün in seiner Funktion als Geschäftsführer des Branchenverbandes AG Verleih zu Gast.

    Die vom Vorstandsvorsitzenden des BFFV Torsten Lüders geleitete Diskussion weitete sich dabei teilweise zu einem Gespräch über die gesamte Filmförderlandschaft aus, um Jutta Brückner zu zitieren:„Man kann nicht über die Schwierigkeiten junger Filmschaffender sprechen, ohne dabei das ganze marode Gebäude zu erwähnen.“

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