Von Ulrike Schirm

    A Ghost Story ist kein Horrorfilm, so der Titel vermuten lässt. Es ist ein zutiefst berührender Film über Liebe, Trauer, Vergänglichkeit und das Leben. Ein sich liebendes Paar (Rooney Mara und Casey Affleck) wird durch einen Autounfall jäh getrennt. Zurück bleibt eine trauernde Frau, die im Leichenschauhaus bei ihrem toten Mann verweilt. In einer endlos erscheinenden Einstellung wird man Zeuge eines schmerzvollen Abschieds. Nachdem sie den kalten, fahlen Raum verlassen hat, bleibt das Bild noch stehen und gibt dem Zuschauer die Gelegenheit, seinen eigenen Gedanken nachzuhängen. Es passiert etwas Unerwartetes: Unter seinem weißen Leichentuch steht der Tote langsam auf und kehrt zurück zu seiner Frau.

    In einer bei SPIEGEL Online veröffentlichten Erklärung haben sich insgesamt 79 Filmschaffende - darunter Namen wie Maren Ade, Fatih Akin, Volker Schlöndorff und Rosa von Praunheim - an die Öffentlichkeit gewandt, um für eine Neuausrichtung der Berlinale nach der Ära Kosslick (die 2019 zu Ende geht) zu plädieren. Zur Entschlackung und Erneuerung des Festivalprogrammes fordern sie eine geschlechterparitätische, internationale Findungskommission, um eine "herausragende kuratorische Persönlichkeit zu finden, die für das Kino brennt, weltweit bestens vernetzt und in der Lage ist, das Festival auf Augenhöhe mit Cannes und Venedig in die Zukunft zu führen."

    Von Ulrike Schirm
     
    Der Schwede Ruben Östlund hat schon mit seinem Film „Höhere Gewalt“ gezeigt, daß er es versteht, seine Protagonisten psychologisch zu durchleuchten. War es vor gut einem Jahr noch ein Familienvater, der sich in einem entscheidenden Moment als regelrechter Feigling und Egoist entpuppte, ist es in dem Cannes-Gewinner „The Square“ ein Kurator eines der grössten Museen Stockholms. Ein smarter Typ, der auf der sogenannten Sonnenseite des Lebens steht. In der bitterbösen und gleichzeitig amüsanten Satire , bleibt einem mehr als einmal das Lachen im Halse stecken.

    Von Frank-Burkhard Habel

    „Latücht“ ist ein plattdeutscher Ausdruck für die Laterne, also das Licht in der Dunkelheit. Das ist der Neubrandenburger Latücht-Verein in mehrerlei Hinsicht. Er verfügt über internationales Renommee als Ausrichter des Festivals dokumentART, das Mitte Oktober zum 26. Mal über die Leinwand ging, in einer Stadt, die kulturelle Aktivitäten dringend nötig hat. Die neue Leiterin Yun-Hua Chen, eine in Berlin lebende taiwanesische Filmkritikerin, hat begonnen, das traditionelle Dokumentarfilmfestival stärker dem Animations- und Kurzspielfilm zu öffnen. Seit diesem Jahr gilt der neue Namenszusatz „films & future“. Ebenso richtig ist aber der Gedanke, dass nur der die Zukunft gestalten kann, der Vergangenheit und Gegenwart verstanden hat. Und so hat sich eigentlich nicht allzu viel geändert.

    Von Ulrike Schirm
     
    Die großbürgerliche Familie Laurent, Besitzer einer Baufirma, residiert in einem noblen Anwesen, nahe der Küste von Calais. In der pompös ausgestatteten Villa fehlt es an Nichts. Sündhaft teure Gemälde schmücken die Wände, gespeist wird von feinstem Geschirr, riesige Sitzlandschaften laden zum Verweilen ein. Betreut und in Ordnung gehalten wird das Luxusobjekt von marokkanischen Hausangestellten. Doch der luxuriöse Schein trügt gewaltig. Tauschen möchte man mit keiner der dort anwesenden Personen, die in dem schlossähnlichen Palast, ohne einen Funken von Empathie und Wärme für nicht einen der zahlreichen Familienmitglieder, leben.

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